Samstag 19. August 2017

Fussballmeisterschaft 1. Liga

DER FC GOSSAU SUCHT WEITER SEINE FORM – ZWEITE HEIMNIEDERLAGE

FC GOSSAU – FC Thalwil 1:2 (0:2)

SPIELTELEGRAMM

Buechenwald. – 280 Zuschauer. – SR: Johannes von Mandach.

Tore: 11. Mollet 0:1, 17. Babic 0:2, 72. Lo Re 1:2.

Gossau: Geisser; Gelmi, Alder, Steiger (89. van der Werff), Grin; Meresi (46. Giger), Kouame (46. Panella), Lehmann, Knöpfel, Bischofberger; Lo Re.

Thalwil: Pastore; Luongo (79. Quarta), Aliji, Mollet, Thaqi; Omerovic, Babic, Spasojevic; Cerjak, Coduti (60. Bakolli), Kilafu (56. Krasniqi).

Bemerkungen: Gossau ohne Bruggmann, Eberle, Tsalekou (alle zweite Mannschaft). 69. Pfostenschuss Steiger. Verwarnungen: 35. Grin (Foul), 90. Quarta (Spielverzögerung), 92. Omerovic (Unsportlichkeit). Ecken: 5:5.

Der FC Gossau kommt in der neuen Saison 2017/18 nicht auf Touren, zumindest zu Hause nicht. Mit dem 1:2 gegen Thalwil verloren die Fürstenländer auch ihr zweites Saisonheimspiel und liegen damit, als Gruppensieger der Vorsaison und Fast-Aufsteiger in die Promotion League, nach drei Runden auf dem vorletzten Platz. Die Niederlage gegen das kompakt, aber nicht unverwundbar wirkende Thalwil war bitter und über alles gesehen insgesamt sicherlich unglücklich. Denn Tormöglichkeiten hatte das Team von Trainer Giuseppe Gambino zwar die zahlreicheren und die besseren als der Gegner,  der sehr effizient agierte und aus drei Chancen, alle in den ersten 20 Minuten, zwei Tore machte.

Die ersten zwei Treffer von Raphael Mollet (11.) und Daniel Babic (17.) fielen bereits früh. Beide waren mit dem Kopf erfolgreich, ziemlich unbedrängt von Gegenspielern konnten sie sich im Anschluss an Eckbälle gewissermassen die Torecke aussuchen. Gossaus Abwehr war in dieser Startphase nicht auf der Hut und wirkte unkonzentriert. Und so wurde die Aufgabe gegen einen gut organisierten, vehement um jeden Ball kämpfenden und äusserst unangenehmen Gegner naturgemäss schwierig. Überdies stimmte bei den Fürstenländern über weite Strecken die Balance zwischen Defensive und Offensive nicht. Ihr Spiel wirkte häufig zu kompliziert, zu wenig abgestimmt und (zu) viele Akteure sind aktuell noch auf der Suche nach ihrer Form. Vor der Pause besassen Sven Lehmann (21. und 26.) sowie Thomas Knöpfel (38.) noch die besten Torchancen; die Führung der Zürcher zur Pause war durchaus verdient.

 

In der zweiten Halbzeit wirkte Gossau engagierter und aggressiver, und allmählich stellten sich auch bessere Torchancen ein. Sven Lehmann (62.) und Andy Bischofberger (84.) scheiterten jedoch in aussichtsreicher Position, Florian Steiger, der mit einem von Torwart Pastore zur Ecke abgewehrten Fernschuss aus grosser Distanz gewissermassen die Initialzündung für den Endspurt der Gambino-Elf gegeben hatte (58.), traf aus der Drehung nur den Pfosten (69.). Und Andrea Lo Re schoss aus vier Metern freistehend übers Tor (77.); es war dies die allerbeste Ausgleichschance für den FC Gossau. So war der Torerfolg des für einmal steil in die Tiefe eingesetzten Lo Re in der 72. Minute eben nur der Ehrentreffer. Auch die nächste Hürde, die sich den Fürstenländern in den Weg stellt, ist sehr hoch. Am nächsten Samstag gastiert die Mannschaft von Giuseppe Gambino nämlich beim Gruppen-Mitfavoriten Tuggen, der im Spitzenfeld der Tabelle liegt und in seinen ersten drei Saisonspielen noch keinen einzigen Gegentreffer zugelassen hat. Vielleicht liegt es den Fürstenländern derzeit ja besser, wenn sie, wie im zweiten Saisonspiel in Bellinzona, ohne die Favoritenrolle antreten können… (do)

Karl Schmuki