Samstag 26. August 2017

Fussballmeisterschaft 1. Liga

WICHTIGER ERSTER SAISONSIEG FÜR DEN FC GOSSAU

FC TUGGEN – FC GOSSAU 2:3 (1:1)

 

SPIELTELEGRAMM

Linthstrasse. – 300 Zuschauer. SR: Filipe Morais.

 

Tore: 7. Ugljesic 1:0, 43. Knöpfel 1:1, 49. Lehmann 1:2, 51. Bischofberger 1:3, 77. Ugljesic 2:3.

 

Tuggen: Fellmann; Junuzi (83. Al Obadie), Avdyli, Tinner, Badalli; Uzelac, Stadler, D’Acunto (72. Renna), Istrefi (57. Morina); Jakupov, Ugljesic.

 

Gossau: Geisser; Gelmi, van der Werff, Alder, Grin; Bischofberger, Steiger, Kouame, Giger (71. Meresi); Knöpfel (80. Lo Re), Lehmann (91. Tsalekou).

 

Bemerkungen: Tuggen ohne Marjanovic (verletzt), Santana, Herlea (beide abwesend) und Schiendorfer (Hochzeit). Gossau ohne Bruggmann (rekonvaleszent). 69. Pfostenschuss Lehmann, 80. Pfostenschuss Stadler. Verwarnungen: 38. Badalli (Handspiel), 45. Jakupov (Foul), 55. Avdyli (Reklamieren), 79. Steiger (Foul), 88. Ugljesic (Reklamieren), 93. Lo Re (Unsportlichkeit). Ecken: 6:7.

 

Im vierten Saisonspiel landete der FC Gossau seinen ersten Saisonsieg und setzte sich damit vom Tabellenende etwas ab. Der Erfolg der Fürstenländer im Glutofen des Sportplatzes an der Linthstrasse gegen die stark einzuschätzenden Tuggen darf als verdient bezeichnet werden, auch wenn das Team von Trainer Giuseppe Gambino in der letzten Viertelstunde, nach dem 2:3-Anschlusstreffer durch den Doppeltorschützen Petar Ugljesic, noch arg um den Sieg zittern musste. Auch Tuggens Mittelfeldregisseur Dario Stadler musste im Platzinterview nach dem Spiel zugeben, dass „Gossau den Sieg nicht gestohlen hat“. Für Gossaus Routinier Thomas Knöpfel waren „diese drei Punkte vor allem für die Moral äusserst wichtig“.

 

Wie zuletzt geriet Gossau früh in Rückstand: Bereits die erste Torchance Tuggens in der 7. Minute war von Erfolg gekrönt: Stürmer Jakup Jakupow legte mit dem Absatz gekonnt auf Sturmpartner Petar Ugljesic ab, und der Topskorer der Ausserschwyzer skorte abgebrüht. Auch in den nächsten paar Minuten wirkte das bisher ungeschlagene Tuggen gefährlicher, auch wenn Gossau immer besser ins Spiel kam und mehr Spielanteile besass. In der 26. Minute bewahrte Torwart Daniel Geisser seine Mannschaft vor einem weiteren Gegentreffer, indem er einen gezielten Flachschuss aus dem Hinterhalt reflexschnell zur Ecke abwehrte. Aber bereits jetzt spürte man, dass Gossau sich an diesem Tag nicht einfach so geschlagen geben würde: Im Team loderte wieder das Feuer der letzten Rückrunde der letzten Saison. Die Offensivaktionen der Fürstenländer wurden zahlreicher, Tuggens Defensive, die bisher in dieser Saison noch keinen Gegentreffer hatte hinnehmen müssen, begann immer stärker zu wackeln, wurde ob des ungewohnten Druckes unsicher. Aber vorerst war die Chancenauswertung des Gambino-Teams, das äusserst variantenreich und für den Gegner schwer berechenbar auf beiden Seiten und durch die Mitte angriff, noch ungenügend. Auch der Gossau-Trainer spürte dies und „ich begann meine Mannschaft noch mehr anzuspornen und nach vorne zu treiben, damit wir noch vor der Pause den Ausgleich schaffen würden“. In der 43. Minute war es dann soweit: Ein Eckball von Yannik Grin wurde am näheren Pfosten weitergeleitet und am hinteren Pfosten stand Thomas Knöpfel goldrichtig und beförderte den Ball mit dem Kopf zum verdienten Ausgleich ins Gehäuse der FCZ-Leihgabe Fabian Fellmann.

 

Gossaus Doppelschlag nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel kam es für Gossau noch besser: Innerhalb von gut zwei Minuten konnten die Fürstenländer in der 49. und 51. Minute zwei weitere Treffer erzielen. Dank energischer Störarbeit gelang es Gossaus Offensive vorerst, beim ansonsten sehr ballsicheren Gegner einen Fehlpass zu provozieren: Sven Lehmann war es am Ende, dessen satter Schuss aus gut 12 Metern unhaltbar in der Torecke landete. Und nach einem schnellen Konter gegen eine kurzzeitig recht offene Tuggen-Abwehr bediente Knöpfel den auf der rechten Seite mitsprintenden Andy Bischofberger, der mit einem überlegten Flachschuss in die entferntere Torecke gar das 3:1 für sein Team erzielte.

 

Die verpasste frühzeitige Siegsicherung und das Zittern bis zum Spielschluss

Die Fürstenländer schienen nun gegen einen sichtlich perplexen Gegner alle Karten in den Händen zu halten, zumal sie bei Konterangriffen immer wieder zu hochkarätigen Tormöglichkeiten kamen. Die allerbeste davon hatte Sven Lehmann, der der gegnerischen Abwehr enteilte, aber mit seinem Schuss an Torwart Fellmann vorbei nur den Torpfosten traf (69.). „Wir hätten“, so Giuseppe Gambino in seiner Analyse, „die Partie in dieser Spielphase für uns entscheiden müssen. Ein 4:1 und gar ein mögliches 5:1 hätten wir erzielen müssen, und dann hätten wir so ein ruhiges Spielende erlebt“.

Aber es kam nicht so: Tuggen begann in den letzten 20 Minuten fast bedingungslos die Offensive zu forcieren; Gossaus Defensive begann zu wanken und musste dem kämpferischen Gegner einige Torchancen zugestehen. In der 77. Minute konnte Badalli von links präzise in die Mitte flanken, wo Petar Ugljesic, zwischen zwei Gossauer Verteidigern stehend, den Ball zum Anschlusstreffer verwerten konnte. Es begann eine hektische Schlussphase. Dario Stadler, der nach Spielschluss bedauerte, dass sein Team nur in der Start- und in der Schlussphase richtig Fussball gespielt und dazwischen, übertrieben gesagt, „Pause gemacht“ habe, traf mit einem Freistoss aus 20 Metern nur den Aussenpfosten des Gossau-Tores. Aber die Fürstenländer brachten den Vollerfolg am Ende gut über die Distanz; Tuggen, das eine herausragende Vorbereitungsphase gehabt hatte und auch in den ersten Meisterschaftsspielen wenig gefordert worden war, war über die Gegenwehr und die Qualitäten der Gambino-Truppe sichtlich erstaunt.

 

Gambino: „Ein vor allem auf mentaler Ebene wichtiger Erfolg“

Für Gossaus Trainer Giuseppe Gambino, der sich nach Spielschluss angeregt mit Tuggens Trainer Danijel Borilovic austauschte, war dieser erste Sieg vor allem mental von allergrösster Wichtigkeit: „Dass wir rein fussballerisch uns nicht vor den Gegnern verstecken brauchen, das wusste ich. Aber jetzt haben wir einerseits dank unserem unbedingten Siegeswillen und andererseits auch durch spielerische Mittel endlich auch ein positives Resultat geschafft. Dies, so hoffe ich, wird unser Spiel in den nächsten befreiter machen, uns beflügeln und wieder auf den richtigen Kurs zurückführen. Die Saison ist ja noch lange. Ich bin überzeugt, dass wir ab dem nächsten Samstag auch zu Hause wieder den FC Gossau in alter Stärke sehen werden“. (do)

 

Karl Schmuki