Samstag 1. September 2018

FC Wettswil-Bonstetten – FC Gossau

Klappt’s nun im fünften Anlauf mit Punkten?

Der FC Gossau ist in Wettswil Aussenseiter

 

Im dritten Auswärtsspiel der Saison gastiert der FC Gossau am Samstagnachmittag ab 16 Uhr auf der Sportanlage Moos in Wettswil-Bonstetten. Dort hingen in den letzten Jahren die Lorbeeren für die Fürstenländer jeweils sehr hoch. Ausnahme war die Partie vom März dieses Jahres: Da gewann das Team von Trainer Giuseppe Gambino auf dem eigentlich wenig geliebten Kunstrasen gleich mit 4:1. Die Torschützen hiessen damals Sven Lehmann, Levin Ledergerber, Gianluca Panella und Thomas Knöpfel. Sechs der damals eingesetzten Spieler stehen auch aktuell im Kader der Fürstenländer und haben da das seltene Glücksgefühl eines Sieges in Wettswil miterlebt. Und noch eine interessante Tatsache: Während Gossau sich traditionell im Säuliamt schwer zu tun pflegt, konnte der FC Wettswil-Bonstetten in Gossau sogar noch nie einen Punkt gewinnen. Aufgrund dieser Statistik der letzten Jahre und der aktuellen Rangliste scheint die Ausgangslage klar: Sieg für die Einheimischen. Das seit Anfang 2017 von Jérôme Oswald trainierte Wettswil-Bonstetten steigt als Favorit in die Partie.

 

Das schwierige Programm des FC Gossau

Als der Spielplan der 1. Liga bekannt wurde, war man sich beim FC Gossau bewusst, dass die ersten Spiele für die in weiten Teilen neu zusammengestellte Mannschaft nicht einfach werden würden. Ein harter Brocken nach dem anderen! Aber dass man nach vier Runden punktelos auf einem Abstiegsplatz rangiert sein würde, kommt nun doch etwas überraschend und ist aus Gossauer Sicht natürlich auch enttäuschend. Und der Reigen starker Kontrahenten hört den ganzen September hindurch nicht auf: am Samstag Wettswil-Bonstetten, eine Woche später Leader Baden, dann der USV Eschen/Mauren, anschliessend St. Gallens U-21-Team im pikanten Nachbarduell und am Monatsende das Tessin-Gastspiel in Mendrisio. Gossau ist in der Lage, gegen jeden dieser Gegner zu gewinnen, aber da muss die Mannschaft von Giuseppe Gambino in jedem Spiel an ihre Grenzen gehen.

 

Konzentration, Disziplin, Einsatzwille, Zweikampfstärke

Deshalb müssen nun unbedingt Punkte her und dies so rasch wie möglich; mit jeder weiteren Niederlage wird die Lage ungemütlicher. Hohe taktische Spieldisziplin, starkes Zweikampfverhalten, unermüdlicher Kampfgeist über die volle Spieldistanz, Solidarität innerhalb des Teams: Diese Faktoren stehen für einen Wendepunkt zum Guten an oberster Stelle. Sie müssen die unerlässliche Basis für die ersten Punkte sein. Und es gilt überdies, die Konzentration während der gesamten Partie aufrechtzuerhalten. Ein Gegentor in der 2. Minute wie zuletzt gegen Kosova Zürich sollte in dieser Art einfach nicht passieren. Mit guten Vorsätzen gestartet, lag man nach 90 Sekunden bereits im Rückstand und musste dem Gegner von allem Anfang an hinterherrennen! Am kämpferischen Einsatz mangelte es den Fürstenländern bisher zwar nicht, aber auch diesbezüglich gibt es durchaus Steigerungspotential. Leise Fortschritte in spielerischer Hinsicht sind zwar von Partie zu Partie zu erkennen, für den ersten Punktgewinn war dies noch nicht ausreichend.

 

Dreimal schien zumindest ein Punktgewinn möglich, gegen Red Star, Linth 04 und Kosova, aber nie schaffte es das Team, über volle 90 Minuten stabil und kompakt zu bleiben. Und in offensiver Hinsicht erarbeitete man sich insgesamt (wenn man etwa die Situation mit jener vor Jahresfrist vergleicht) noch zu wenige hochkarätige Tormöglichkeiten pro Spiel. Und natürlich fehlte auch etwas Spielglück. Man denke etwa an die beiden Lattenschüsse von Deniz Mujic gegen Red Star und Kosova, die ebenso gut im gegnerischen Gehäuse hätten landen und das Spiel in andere Bahnen lenken können. Oder an den ärgerlichen Ausgleichstreffer von Linth 04 zum 1:1 kurz vor der Pause. Hätte man da, als vorerst bessere Mannschaft, die Führung in die Pause gebracht… Aber es nützt kein «hätte» und kein «wäre», kein «wenn» und kein «aber»: Die Tabellenlage ist Realität, und eine Leistungssteigerung in allen Linien und auf allen Ebenen ist vonnöten. Das Glück muss mit Kampfgeist erzwungen, die Negativspirale durchbrochen werden. (do)

 

Karl Schmuki